Diagnose und Hilfe unter einem Dach
Keine fragwürdigen Sparmaßnahmen zu Lasten der Kinder
Freie Wählergemeinschaft: „Familie- und Schulberatungsstelle muss bleiben, wie und wo sie ist“
Von Martin Hostert (LZ 30.01.2010)
Seit 20 Jahren arbeiten Schulpsychologen und Sozialpädagogen in der Beratungsstelle zusammen. Am Mittwoch ist deren Zukunft auf FWG-Antrag Thema im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung.
Bad Salzuflen. Die Freie Wählergemeinschaft sorgt sich um die Familien- und Schulberatungsstelle Schülerstraße. Diese müsse in der jetzigen Form erhalten bleiben, fordert sie in einem Antrag und verlangt, andere Ideen zu verwerfen.
Fachbereichsleiter Edmund Welslau bestätigt Überlegungen, in der Organisation möglicherweise etwas zu verändern. „Es werden aber keine Dienstleistungen abgebaut, und es gibt noch keine konkreten Pläne.“ Hintergrund sei ein personeller Umbruch, eine Kollegin der Beratungsstelle sei gegangen. Vor allem angesichts der Haushaltslage seien Überlegungen in diesen Fällen üblich. „Beratungsangebote im Bereich der Schulpsychologie und Erziehungsberatung werden erhalten bleiben“, kommentiert er Sorgen von Monika Prüßner-Claus. Die Ratsfrau befürchtet, die Schulpsychologin werde von der Schülerstraße in eine der Schulen umziehen und die Sozialarbeit mit den Eltern und Schülern werde Freien Trägern übertragen. „Dann werden Eltern und ihre Kinder für Diagnose und Förderung von Pontius nach Pilatus geschickt“, mahnt die Politikerin. Ratssuchende schätzten jedoch die Neutralität des Standortes und die Angebote aus einer Hand. Dies sei seit 20 Jahren bewährt. Eltern werden beispielsweise bei der Wahl zur richtigen Schulform informiert oder bekommen Erziehungsberatung (etwa bei Trennung), insbesondere wird dem Jahresbericht zufolge Eltern mit Migrationshintergrund geholfen.
Prüßner-Claus‘ Fraktionskollege Wolfgang Brehm schlägt als Beitrag zur Haushaltskonsolidierung vor, dass der Kreis die Beratungsstelle federführend übernimmt. Er weist zudem auf einen gültigen Ratsbeschluss zur „alles unter einem Dach“-Organisation der Beratungsstelle hin, dieser dürfe nicht „am Rat vorbei“ ausgehebelt werden. Brehm sieht auch Fördermittel des Landschaftsverbands in Höhe von 43 000 Euro für Personalkosten gefährdet. Für diese Sorgen bestehe kein Grund, erwidert Welslau, die Zuschüsse aus Münster seien entsprechend der beschäftigten Anzahl von Fachkräften sicher.
