Leserbrief aus der Landeszeitung zum Thema: Muss der Konzerthallen-Vorplatz abgesperrt werden?
Zu der Umfrage und den erschienenen Leserbriefen sei zunächst gesagt, dass sie sehr einseitig waren. Dass die Befürworter der Absperrung ausnahmslos Gastgeber waren, ist nachvollziehbar. Kein Verständnis habe ich jedoch für die permanente Weigerung seitens dieser Klientel, sich auch mal auf etwas Neues einzulassen. Den Kurort wie vor 20 Jahren gibt es nicht mehr und die meisten Gäste wollen ihn auch nicht mehr.
Eine Öffnung, die in fast allen deutschen Bädern und auch an anderer Stelle in unserer Stadt (Kurparksee, Rosengarten, Gradierwerke, Landschaftsgarten) schon seit Jahren wunderbar funktioniert, soll jetzt auf den Vorplatz der Konzerthalle ausgedehnt werden.
Als Stadt hat Bad Salzuflen die Aufgabe ihre rund 55.000 Einwohner zu einem sozialen Miteinander zu bewegen. Jeder einzelne von ihnen muss die Renovierung der Konzerthalle und den davor liegenden Platz mitfinanzieren. Wenn er aber dieses Pflaster betreten will, soll er noch einmal in die Tasche greifen.
Nach meiner Auffassung ist das schlicht gesetzwidrig. Die Konzerthalle ist eine öffentliche Einrichtung, die mit städtischen Mitteln finanziert wird und hat deshalb auch für JEDEN Bürger frei zugänglich zu sein.
Ich erinnere daran, dass ein ehemaliger Bürgermeister vor Gericht daran scheiterte, einem Salzufler Bürger Hausverbot für das Rathaus zu erteilen. Eine öffentliche Einrichtung, die auch für jeden Bürger „offen“ zu sein hat.
Der Gesundheitsstandort ist schon seit Jahren hoch defizitär und jede Weiterentwicklung ein waghalsiges Unternehmen. Hieraus jedoch noch Forderungen an das Allgemeingut abzuleiten ist schon sehr abenteuerlich. Wenn Jemand die Konzerthalle, den Vorplatz oder ein anderes Gebäude für sich und seine Gäste alleine in Anspruch nehmen will, steht es ihm frei der Stadt ein entsprechendes Kauf- oder Pachtangebot zu unterbreiten. Angesichts der Haushaltssicherung ist man wahrscheinlich gerne bereit, sich von dem einen oder anderen Quadratmeter oder Gebäude zu trennen.
